„Was macht Arbeit, wenn sie  Spaß macht UND anderen Menschen hilft? Sinn!“

Reisbauer in Bangladesh (Foto: Brot für die Welt)

An dieses (abgewandelte) Motto einer Ethik-Bank denke ich jedes mal, wenn ich am Podcast für die Hilfsorganisation Brot für die Welt arbeite. Weil hier von der Vorbereitung über die Produktion bis zur Einbindung/Verbreitung des Podcasts vieles vorbildlich läuft. Deswegen wollte ich das schon lange als „Best Case“ zum Thema Audio PR ein bisschen erläutern:

Wie andere Hilfsorganisationen auch schickt Brot für die Welt regelmäßig Mitarbeiter in die Länder, in denen die Partnerorganisationen an den entsprechenden Projekten arbeiten. Diese Mitarbeiter führen vor Ort Interviews mit den Menschen, die dort leben und arbeiten. Oder umgekehrt: die Mitarbeiter der  Brot für die Welt-Partnerorganisationen kommen nach Deutschland – und werden hier zu ihrer Arbeit, zur Situation vor Ort befragt. (Übrigens, selbst wenn das nicht so wäre, man käme auch auf telefonischem/Skype-Weg an O-Töne.)

Brandrodung in Chaco/Argentinien (Florian Kopp/Brot für die Welt)

Anschließend kommen wir ins Spiel: aus dem Material (Audio und Hintergrundinfos) überlegen wir uns die Geschichte, die es zu erzählen gilt. Was will der Spender, der Interessierte über die Arbeit vor Ort wissen? Was vor allem wissen wir hier in den reichen Ländern NICHT? Dass Indonesien z.B. tonnenweise Reis IMPORTIEREN muss, weil auf den Feldern immer  mehr Ölpalmen für Süßwaren, Margarine oder Kosmetika wachsen. Oder dass der Klimawandel – in einer langen Folge von Ursachen und Wirkungen – dazu führt, dass die Witwen von Tiger-Opfern in Bangladesh ein erbärmliches Leben führen müssen.

Dabei ist – um wieder zum „Best Case“ zu kommen – die Hintergrundarbeit von Brot für die Welt und seiner Partnerorganisationen beeindruckend und jeden Spendencent wert. Es werden langfristige Studien erstellt, komplexe Zusammenhänge studiert und erklärt und die Hilfe ist nachhaltig angelegt. Für uns heißt das: für jede fachliche Frage gibt es schnell und kompetent Antwort.

All das mündet in einen informativen wie unterhaltsamen Audio-Beitrag, der auf allen Kanälen prominent beworben und verbreitet wird, von der website über Newsletter, Twitter und Facebook – oder er wird als zusätzliche Verwertung als O-Ton-Paket an die Presse, vor allem die Radiostationen übermittelt.

Das übrigens halte ich für einen völlig unterschätzen Seitenaspekt von Audio-Beiträgen/Podcasts: Ich weiß nach vielen Jahren beim Radio, wie praktisch es ist, wenn die O-Töne „von selbst“ in die Redaktion kommen, zu einem Thema, das gerade aktuell ist. Natürlich kann ich als Pressesprecher einer Hilfsorganisation, einer NGO, eines Verbandes oder Vereins warten und mich anrufen lassen, wenn was los ist. Aber ist es nicht cleverer, proaktiv zu werden? Dann macht die Pressestelle einen guten Eindruck und hat beides: ihre O-Töne werden verwendet UND sie wird beim nächsten passenden Ereignis angerufen…

Aus dem guten Zusammenspiel jedenfalls zwischen Brot für die Welt (danke an Niko Wald für die exzellente Zusammenarbeit) und unseren KollegInnen und Kollegen (danke an die Texter/Sprecher Sabine Rieker und Martin Schlabs) sind inzwischen 19 Podcast-Episoden entstanden:

www.brot-fuer-die-welt.de/podcast

Wenn es nach uns geht, dürfen es gerne 190 Episoden werden…

Doris Hammerschmidt/Frank Busch

2 Responses to “Audio PR mit Sinn und Verstand”

  1. Klaus Fechner 24. August 2012 at 09:19 #

    Hallo Tonjuwelen,

    sehr schön beschrieben. Scheinbar habt ihr da einen „guten“ Kunden erwischt, mit dem die Zusammenarbeit auch wirklich eine ist.
    Mal eine Frage: Sind denn die O-Töne, die unterwegs aufgenommenwerden, immer gut und „sendefähig“? Oder ist auch mal nicht so toilles Material dabei?
    Und noch was zum Thema Radio-PR: Gibt es Rückmeldungen von den Stationen? Habt ihr einen Überblick über versendete Töne? Ich fage nur, weil ich glaube, oder besser „befürchte“, dass da nicht viel geht? Aber vielleicht irre ich mich auch.
    Beste Grüße aus der Hauptstadt

  2. tonjuwelen 27. August 2012 at 12:27 #

    Hallo Klaus,

    doch, doch, die O-Töne sind eigentlich immer sendefähig. Wenn nicht, bearbeiten wir sie so, dass das hinhaut. Und was den Radio-Service angeht: das sieht Brot für die Welt als „nur“ einen von mehreren Bausteinen der Pressearbeit, von Fotos über TV-Footage eben bis
    O-Töne. Ich hab mal nachgefragt, Sie sind auf jeden Fall so zufrieden mit dem Rücklauf, dass das Angebot für Radiosender weiter bestehen bleibt.

    Liebe Grüße, Doris