„Wir haben doch irgendwo so’n Fensterwischtuch, oder?“ fragte Frank. 
Das gibt ein super Flügelflattern!“

Sekunden später stand er im Studio – und flatterte mit dem Fensterleder.
Ich hatte vorher in unseren SFX-/Geräusche-Archiven nichts Passendes gefunden. Es ging schließlich um eine Eule. Und die flattert nicht so hektisch wie eine Taube oder ein Kolibri. Das Taubenflattern verlangsamen ging auch nicht, das klang wie diese monströsen Luft-Turbinen, in denen Filmbösewichte ihrem gerechten Schicksal entgegen flattern.

Das war eine der Situationen, in denen mir mal wieder klar wurde, dass wir unsere vielen Talente und Fähigkeiten nur schwer erklären können; selbst wenn man unser „biblisches“ Alter zugrunde legt. Kennen Sie diese Werbe-Aufkleber in der S- oder U-Bahn, von Akademien für Aus-/Weiterbildung in kreativen Berufen – SAE, Deutsche Pop, Macromedia etc.? Wir machen uns immer einen Spaß daraus, die einzelnen Berufsbilder abzuhaken und häufchenweise auf uns beide zu verteilen. Dass Frank z.B. bei einer Synchron-Firma in Potsdam-Babelsberg das Geräuschemachen lernen durfte, das ist eines von vielen Extras, das unsere Kunden dazu bekommen. Sozusagen als „Top-on-Top“. Denn es kommt ja „nur“ dann zum Tragen, wenn unser beider langjährige Erfahrung im Audio-Design mit Archiv-Geräuschen nicht ausreicht. Bei Eulen, Körperbewegungen – oder Schritten! Schritte sind knifflig, die Geschwindigkeit stimmt nie. Also selber machen. Dann sitzt Frank mit Schuhen über den Händen auf dem Boden, den Hals Richtung Monitor verrenkt – und „geht“…

In unserem „Schaufenster“ übrigens ist das Endergebnis zu sehen und zu hören, inklusive Eulenflügel mit Fensterwischtuch… (ganz oben, Video „Willkommen bei den Stars“)

Kleiner Ausflug noch in die Vergangenheit: in den ehemaligen DDR-Rundfunkstudios in der Berliner Nalepastraße durften wir mal die „Geräusche“-Halle besichtigen. Da gibt es eine Treppe mit x unterschiedlichen Materialien für die passenden Schritte – Teppich, Marmor, Beton usw; einen Raum mit x verschiedenen Türen für die richtigen Schließgeräusche – Wohnungstür, Kellertür, Gefängnistür etc.; und: die Geräusche-Spirale! Eine (zunächst) abgedeckte Spirale im Boden, ähnlich unterteilt wie heute die Kräuterspiralen im Garten, in jedem Abteil ein anderer Boden, von Sand über Waldboden bis Kies. Hammer! Aber das verfällt da alles. Ganz lautlos.